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Frankfurt/Main, 19. September 2016 

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ informiert: „Fast immer wirtschaftlich“ – Interview zur Wärmedämmung mit HESA-Programmleiter Werner Eicke-Hennig 

Herr Eicke-Hennig, geht es um Wärmedämmung, wird immer wieder behauptet, sie lohne sich nicht. Was ist dran?

Eicke-Hennig: Dämmstoffe sind die billigsten Baustoffe. Seitdem der Energiepreis 50 Cent pro Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas über­schritten hat, sind fast alle Dämmmaßnahmen wirtschaftlich. Selbst bei Gebäuden der achtziger und neunziger Jahre lohnt eine Dämmung. Oder aus der Praxis: Das älteste Wohngebäude mit einem verputzten Wärmedämmsystem auf der Wand wurde 1963 in Hauenstein ausgeführt und ist heute noch völlig intakt. Dessen gesamte Ausführungskosten, Dämmung und Verputz, haben sich heute gerade zum zweiten Mal amortisiert, obwohl die ersten 11 Jahre nach seiner Anbringung das Öl noch nichts kostete und die ganzen neunziger Jahre auch wieder billig war.

In manchen Artikeln werden Rechnungen gebracht, in denen größere Investitionen nur bescheidene Einsparungen erbringen. Der Berliner „Tagesspiegel“ bezog sich dabei sogar Anfang 2014 auf eine Studie des hessischen IWU.

Eicke-Hennig: Nicht richtig hingeschaut hat der „Tagesspiegel“. Die Aussage des IWU war: Seine Mehrkosten fährt das WDVS auf jeden Fall herein. Das waren bei dem Beispielgebäude im Tagesspiegel-Artikel 6.750 €. Darüber hinaus sind nach 25 Jahren auch 40 Prozent der Kosten der Putzerneuerung durch die Heizkosteneinsparung bezahlt. Wo bitte bekommt ein Hauseigentümer sonst seine Putzerneuerung bezahlt? Die Energiesparmaßnahme finanziert also mehr, als sie eigentlich muss. Und die Dämmung hält solange, wie das Bauteil, an dem sie angebracht ist.

Wie steht es mit der Brandgefahr durch Hartschaum? Und mit dem Pro­blem der Entsorgung?

Eicke-Hennig: Brennbare Baustoffe gibt es viele in unseren Häusern, hölzerne Dächer oder Treppenhäuser, PVC-Fenster, Schindeln usw. Entscheidend ist das Risiko. An den jährlich 180.000 Bränden sind in nur vier bis sieben Fällen Polystyrol-Dämmstoffe beteiligt. Wer dieses kleine Risiko fürchtet, hat mit Steinwolle eine unbrennbare Alternative. Durch brennbare Dämmstoffe nimmt die Anzahl der Brände nicht zu, ihr Verlauf wird verändert. Dagegen werden die Systeme weiter verbessert. Bei Holzbekleidungen und Holzhäusern z.B. durch Brandschürzen, beim WDVS aus Polystyrol durch Brandriegel.

In der Entsorgung haben Dämmstoffe gegenüber dem massenhaft anfallenden Massivbauabbruch einen Vorteil: Sie sind recycelbar. Da gegenwärtig kaum Dämmstoffe im Bauabbruch anfallen, sie sind ja sehr langlebig, arbeiten alle in Ruhe an Recyclingverfahren. Für Polysty­rol­dämmung garantiert das neue CreaSolv®-Verfahren bereits die Rück­führung des Polystyrols in die erneute Produktion. Das ist sogar mehrfach möglich. Die Naturdämmstoff­her­steller setzen eher auf die Verbrennung. Bei den Mineralwolldämmstoffen liegt das Konzept noch nicht vor.

Und wie sieht es mit der Veralgung auf gedämmten Fassaden aus?

Eicke-Hennig: Das Problem der Veralgung entstand nicht durch Dämmung, wurde dem nur ursächlich zugeschrieben. Veralgung betrifft heute nicht nur etwa 20 Prozent der gedämmten Fassaden. Sie nimmt seit 30 Jahren generell zu, weil durch die Entschwefelung der Kraftwerke unsere Luft für Algen verträglicher wurde. Zuerst veralgten Dächer, dann gedämmte Fassaden, jetzt veralgen auch ungedämmte Wände Verkehrsschilder, Zäune, Kirchtürme usw. Schäden an der Fassade richten Algen keine an. Konstruktive und chemische Gegenmittel gibt es, an umweltverträglicher Abhilfe, wie zum Beispiel dem photokatalytischen Verfahren wird geforscht. Erste Putze und Farben mit solchem dotierten Titandioxyd sind bereits am Markt. Wir brauchen diese Mittel, weil der gesamte Siedlungsraum nach und nach stärker veralgt und wir hier generell Abhilfe benötigen, wenn wir uns an die Alge nicht gewöhnen wollen. Denn schließlich brachte sie vor 3 Milliarden Jahren den Sauerstoff auf die Erde, wir verdanken ihr unser Leben. 

Berechnungsgrundlage für anstehende Sanierungsmaßnahmen am eigenen Gebäude ist der "Energiepass Hessen", ein Beratungsinstrument der Hessischen Landesregierung, der die Schwachstellen eines Hauses aufzeigt, Einsparpotenziale ermittelt und Handlungsmöglichkeiten vorschlägt. Er wird zum reduzierten Preis von 37,50 € angeboten. Der Fragebogen kann unterinfo@energiesparaktion.de, bzw. „Hessische Energiespar-Aktion“, Rheinstraße 65, 64295 Darmstadt bestellt werden und steht als Download unter www.energiesparaktion.de zur Verfügung. Der Fragebogen ist auch vor Ort erhältlich. 

Ausführliche Informationen bietet die HESA-Homepage unter www.energiesparaktion.de, über die auch www.energieland.hessen.de, die „Energieseite“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der „Förderkompass Hessen“ mit allen aktuellen Förderangeboten direkt zu erreichen ist. 

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

 

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