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Frankfurt/Main, 23. Januar 2017 

Die Hessische Energiespar-Aktion informiert: „Kalte Nächte haben Folgen!“ – Möglichkeiten der nachträglichen Dachdämmung im Gebäudebestand 

Wärmeverluste sieht man nicht. Die Bedeutung des Wärmeschutzes wurde deshalb unterschätzt. Erst seit der Energiekrise 1974 wird die Dämmung unserer Dächer immer besser. In Hessen gibt es rund 1,4 Millionen Wohngebäude und rund 200.000 Zweckbauten, deren Dächer überwiegend vor der ersten Energiekrise errichtet wurden. Sie haben nur den mäßigen Wär­meschutz der damaligen Zeit. Zwei Probleme kennzeichnen alter Dächer: im Sommer heiß und im Winter kalt. Das bedeutet hohe und vermeid­bare Wärmeverluste durch das Dach, die bei einem Einfamilien­haus schon 500 bis 800 Liter Heizöl pro Jahr betragen können. „Die Einsparung durch eine nachträgliche Dachdämmung liegt meist zwischen 10 und 20 Prozent, je nachdem wie gut oder schlecht der alte Wärmeschutz war“, so Florian Voigt, Projektmanager der „Hessischen Energiespar-Aktion“. 

„Besonders günstig ist es, die ohnehin geplante Instandsetzung am Dach mit der Verbesserung der Wärmedämmung zu verbinden, z, B. Dachneueindeckung, Dachinnenausbau, Beseitigung von Sturmschäden, Renovierung Dachboden. Wer künftig sein Dach neu eindeckt, ausbaut oder die Innenbekleidung erneuert, baut am besten die Qualität von mindestens 20 cm Dämmstoff ein. Die Dicke kann geringer sein, wenn man einen Dämmstoff mit hoher Dämmwirkung wählt“, so Voigt weiter. 

Steildachdämmung:

An vielen Dächern sieht man nach frostklaren Nächten, dass ganze Flächen vom Reif frei bleiben. Das zeigt eine schlechte Dämmung an. Bei älteren Dächern bieten 3,5 cm Heraklitplatten oder 12 cm Bimssteinausmauerung zwischen den Sparren nur einen mäßigen Wärmeschutz.  

Dämmung des Dachbodens:

Kann oder soll das Dach nicht ausgebaut werden, bietet sich die Dämmung der Obergeschossdecke an. Obergeschossdecken bestehen z. B. aus Holzbalken, Ziegel- oder Bimshohlsteinen mit Lehm-, Sand- oder Schlackeschüttungen. Ab 1945 kamen Stahlbetondecken hinzu, manchmal völlig ungedämmt. Auch beim horizontalen Kehlbalken (Spitzboden) fehlt oft der Wärmeschutz. Die nachträgliche Dämmung kostet wenig Geld, weil sie einfach auszuführen ist. Für ein typisches Einfamilienhaus sinkt dadurch der Energieverbrauch um 10 bis 20 Prozent. In vielen Fällen verschwindet mit der Dämmung auch die sommerliche Überhitzung vom Dachraum her. 

Flachdachdämmung:

Flachdächer sind im Wohnungsbau eher selten in Hessen. Es gibt sie in zwei Arten, häufig auf Reihenhäusern und Winkelbungalows: das belüftete Flachdach (Kaltdach) sowie das unbelüftete Flachdach (Warmdach). Das belüftete Flachdach besteht meist aus einer Holzbalkenlage, zwischen der eine Dämmschicht vom 4 bis 10 cm liegt. Über der Dämmung befinden sich mindestens 10 cm Belüftungsschicht. Eine abschließende Brettschalung trägt die Dachhaut aus Bitumenpappe. Das unbelüftete Dach besteht häufig aus einer Stahlbetondecke, auf der eine Dampfsperre und die Dämmung verlegt sind, darauf befindet sich die Dachhaut als mehrlagiges Bitumenpappdach. Beim Flachdach ist die Dachhaut die dampfdichteste Schicht, deshalb ist raumseitig eine Dampfsperre eingebaut. 

Eine gute Dachdämmung hat 3 Vorteile:

Erstens: Die Dämmung zahlt sich selbst aus den eingesparten Heizkosten zurück (die Dämmung, nicht die Neueindeckung). 

Zweitens: Behaglichkeit im Winter. Die Dachschräge wird nicht mehr so kalt, es entsteht kein Zugluftgefühl mehr im Dach. Man fühlt sich wohler im Dachräumen. 

Drittens: Sommerlicher Wärmeschutz. Auch die Sonnenhitze bleibt draußen, denn der Dämmstoff dämmt in beide Richtungen. Und was an Sonnenwärme nicht ins Dach reinkommt, muss auch nicht rausgelüftet werden. Schlafen unterm Dach wird auch in heißen Sommern angenehmer. 

Berechnungsgrundlage für anstehende Sanierungsmaßnahmen am eigenen Gebäude ist der "Energiepass Hessen", ein Beratungsinstrument der Hessischen Landesregierung, der die Schwachstellen eines Hauses aufzeigt, Einsparpotenziale ermittelt und Handlungsmöglichkeiten vorschlägt. Er wird zum reduzierten Preis von 37,50 € angeboten. Weitere Informationen bieten die Broschüren „Vom (K)Althaus zum Energiesparhaus“ und die Energiespar-Information Nr. 6 „Wärmedämmung von geneigten Dächern“ unter www.energiesparaktion.de.

Ausführliche Informationen bietet die HESA-Homepage unter www.energiesparaktion.de, über die auch www.energieland.hessen.de, die „Energieseite“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der „Förderkompass Hessen“ mit allen aktuellen Förderangeboten direkt zu erreichen ist.

Informationen (z. B. Ausführende Betriebe) zum Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Hessen unter www.hessendach.de.

Informationen zum Beratungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen unter www.verbraucher.de.

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

 

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