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Interview Biotonnen Challenge

Die braune Tonne besser nutzen

Kreisbeigeordneter Matthias Walther und Dr. Jürgen Roth, Chef der Wetterauer Abfallwirtschaft, erläutern die Biotonnen-Challenge

Die Wetterauer Abfallwirtschaft beteiligt sich an der bundesweiten Biotonnen-Challenge. Kreisbeigeordneter Matthias Walther, Dezernent für die Wetterauer Abfallwirtschaft und Dr. Jürgen Roth, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Wetteraukreises, erklären die Bedeutung der Sammlung der Bioabfälle für die Wetterauer Abfallwirtschaft und wie die Challenge funktioniert.

Was ist die Biotonnen-Challenge?

Walther: Das ist eine bundesweite Aktion, um auf die Bedeutung der Getrenntsammlung der Bioabfälle hinzuweisen. Viele Landkreise, Städte und Abfallwirtschaftsbetriebe, das Bundesumweltministerium, der Naturschutzbund (NABU) und andere Verbände werben ab dem 7. November 28 Tage lang dafür, die braune Tonne besser zu nutzen.

Warum beteiligt sich die Wetterauer Abfallwirtschaft?

Walther: Die Wetterauer Bürgerinnen und Bürger sammeln zwar schon fleißig Abfälle aus Küche und Garten in der braunen Tonne, es ist aber noch deutlich Luft nach oben. Bislang nutzen erst 70 Prozent der Wetterauer Haushalte die Braune Tonne.

Was hält die übrigen 30 Prozent davon ab?

Dr. Roth: Viele Haushalte in unseren ländlichen Gegenden haben einen Kompost im eigenen Garten. Einige glauben, das genügt. Wir werben aber dafür, dass sich auch diese Haushalte die Braune Tonne zulegen, denn nicht alle Küchenabfälle sollten auf den heimischen Komposthaufen. Fleisch und gekochte Essensreste zum Beispiel locken Ratten an und die Schalen von Zitrusfrüchten sind nur bedingt geeignet für den Komposthaufen. Diese Küchenabfälle können aber in die braune Tonne, denn wir können sie in unserer Kompostanlage bei Ilbenstadt problemlos verarbeiten.

Landen Bioabfälle in der Restmülltonne?

Dr. Roth: Leider ja und noch sehr viel. Rund ein Drittel der Abfälle in der Restmülltonne wären kompostierbar. Eine Untersuchung des Bundesumweltministeriums hat ergeben, dass es zu 45 Prozent ungekochte Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste sind, zu 25 Prozent gekochte Speisereste, zu 20 Prozent noch verpackte Lebensmittel, die für die Biotonne ausgepackt werden müssten, und zu 10 Prozent Gartenabfälle.

Warum sollen Bioabfälle nicht in die Restmülltonne geworfen werden?

Dr. Roth: Weil sie wertvolle Rohstoffe in unserer Kreislaufwirtschaft sind. Wir gewinnen in unserem Humus- und Erdenwerk bei Ilbenstadt daraus Energie und Kompost. Dort haben wir eine Biogasanlage, in der wir aus den Küchen- und Gartenabfällen Biogas gewinnen, mit dem wir Strom für rund 1700 Haushalte und Wärme für unsere Kompostanlage erzeugen. Danach erzeugen wir aus den Bioabfällen Kompost, der in der Landwirtschaft, im Garten und als Blumenerde verwendet wird.

Walther: Es ist gerade in diesen Zeiten der Energiekrise wichtig, organische Abfälle in den Kreislauf zurückzuführen. Es ist technisch möglich, aus Abfällen Gas und damit dann Strom zu erzeugen. Wenn die organischen Abfälle in der Restmülltonne landen, gehen sie dem Kreislauf verloren. Jede Bürgerin und jeder Bürger aus dem Wetteraukreis, der organische Abfälle getrennt sammelt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und diese Bürger sind echte Umwelthelden.

Wie rein sind die Bioabfälle in der braunen Tonne?

Dr. Roth: Die Wetterauer Bürgerinnen und Bürger haben es gelernt Bioabfälle ohne Fremdstoffe in die Biotonne zu geben. Es gibt leider noch einige Haushalte die vor allem Kunststofftüten, Hygienetücher und Kunststoffverpackungen in die Biotonne werfen. Diese Fremdstoffe müssen wir mit hohem technischen Aufwand und hohen Kosten wieder aussortieren. Besonders ärgerlich sind die Kunststoffe, die als kompostierbar beworben werden. Die zersetzen sich für unsere Anlage viel zu langsam und müssen wie alle anderen Kunststoffe kostspielig aussortiert werden.

Was passiert bei der Biotonnen-Challenge in den 28 Tagen ab dem 7. November?

Dr. Roth: Es gibt in diesem Zeitraum Posts auf Instagram und Facebook, die spielerisch dazu motivieren sollen Schritt für Schritt Bioabfälle aus der Küche perfekt getrennt zu sammeln. Wer mitmachen möchte, folgt dem Kanal Aktion Biotonne Deutschland auf Instagram oder Facebook. Die Aktion kann auch auf der Webseite der Wetterauer Abfallwirtschaft awb-wetterau.de oder auf den sozialen Kanälen vom Landratsamt aufgerufen werden.

Die Biotonne spielt eine wichtige Rolle in der Wetterauer Abfallwirtschaft, betonen Kreisbeigeordneter Matthias Walther (2. von links), Dezernent für die Wetterauer Abfallwirtschaft, und Dr. Jürgen Roth (3. von links), Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Wetteraukreises. Auf dem Foto Fahrer Frank Affeldt und Lader Daniel Altvater von Remondis

 


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